Manfred Mayer
Interview mit dem Vorstand der ARCOTEL Hotel AG
Bitte stellen Sie uns das Unternehmen Arcotel kurz vor.
Die ARCOTEL Unternehmensgruppe, eines der größten privaten österreichischen Unternehmen im Tourismusbereich, positioniert sich klar in der Business- und Stadthotellerie. Die ARCOTEL Gruppe vereint das persönliche und individuelle Umfeld eines familiengeführten Unternehmens mit internationalem Standard, Top-Qualität und solider wirtschaftlicher Basis. Gegründet 1989, umfasst die Gruppe derzeit neun Hotels in Österreich, Deutschland und Kroatien mit insgesamt 1.563 Zimmern und beschäftigt aktuell 711 Mitarbeiter. 2012 eröffnet das ARCOTEL Onyx Hamburg direkt an der Reeperbahn.
Wie unterscheidet sich Ihrer Meinung nach die Berliner Tourismusbranche von anderen deutschen und europäischen Städten?
Der Berliner Hotelmarkt ist sehr dicht und verglichen mit anderen Weltmetropolen, sind die Durchschnittsraten niedriger. Hier ist es sehr wichtig, dass man sich als Hotel etabliert, indem man beste Qualität im Service anbietet und sich mit einer starken Marke und Individualität von der Konkurrenz abhebt.
Wie sehen Sie die Zukunft des Berliner Tourismus?
Berlin ist ein attraktives Touristenziel – dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Allerdings ist Vorsicht geboten, dass der Tourismus sich nicht selbst einengt. Zum Beispiel verlieren durch die zunehmende Anzahl privater Ferienwohnungen, Berlins In-Bezirke ihre eigentlichen Bewohner. Dadurch geht die kulturelle Identität und der Charme der Bezirke verloren. Das kann für den gesamten Berliner Tourismus längerfristig negative Folgen haben.
Wie stehen die Arcotel Hotels zu Bewertungsportalen?
Wir erhalten sehr positive Bewertungen von unseren Gästen und bekommen über die Portale direkt das Feedback; das ist ein gutes Instrument zur Qualitätssicherung. Über TrustYou können wir außerdem immer genau sehen, wie wir in den verschiedenen Portalen bewertet wurden. Wir finden es sehr schade, dass es anscheinend nicht wenige schwarze Schafe gibt, die ihre Bewertungen fälschen. Wir haben uns bereits Anfang des Jahres, bevor die Diskussion zu den Bewertungsportalen entbrannt ist, klar dazu geäußert, dass wir uns in jeglicher Form von manipulierten Bewertungen distanzieren und es bedauerlich finden, dass durch die Fälscher das Image der ganzen Branche leidet.
Inwieweit nutzen Arcotel Hotels Social Media und wie werden diese Social Media Kanäle von ihren Gästen bzw. Kunden genutzt?
Wir sind im Social Media Bereich sehr aktiv und nutzen You tube, Facebook, Twitter, einen eigenen Blog sowie verschiedene Geo- & Bilderportale (Panoramio, Flickr und Foursquare). Wir sind diesbezüglich sehr gut aufgestellt und haben z.B. auf unseren Facebook-Accounts von Bookassist, einem Anbieter für Buchungstechnologie, entwickelte Apps integriert. Fans können u.a. direkt über unser Gruppenprofil ihr gewünschtes Hotel auswählen und buchen, dazugehörige Bewertungen lesen und auf einer Karte weitere Informationen zum Standort erhalten sowie auf den jeweiligen Hotelprofilen zwischen einem direkten Buchungs-, Special Offers- oder Gästebwertungsapp auswählen. Außerdem bieten wir unseren Fans Gewinnspiele oder spezielle Rabatt-Angebote.
Gibt es eine eigene Social Media Abteilung im Unternehmen?
Ja, wir haben eine Abteilung, die zentral für das Online Marketing zuständig ist und u.a. die Social Media Aktivitäten unserer Dachmarke wie auch die der Brand Manager in den neun ARCOTEL Hotels koordiniert. Aber wir merken auch, dass Online Marketing sehr eng mit anderen Abteilungen verknüpft ist, denn Social Media ist nicht nur für die Verkaufsförderung ein interessantes Tool, sondern auch für die Imagebildung und Qualitätsoptimierung – so dass hier auch Marketing, PR und Qualitätsmanagement eng angebunden sind.
Was kann man besser machen bzw. wo liegen Ihre Sorgen im Social Media Bereich?
Soziale Netzwerke sind eine gute Möglichkeit direkt mit Gästen und ARCOTEL Fans zu kommunizieren. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Pressearbeit, klassisches Marketing und auch die Buchung über unsere eigene Website oder über den direkten Kontakt wichtige Faktoren sind. Wir denken, dass soziale Netzwerke ein sehr gutes Zusatztool sind – sie können und sollten aber nicht die klassische Öffentlichkeits- und Marketingarbeit ersetzen, sondern mit beiden Bereichen einher gehen.
Worin sehen Sie Potenziale bzw. Herausforderungen für das Arcotel Hotel Berlin?
Mit unseren vier deutschen Häusern gehören wir, so das aktuelle Ranking der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, zu den 50 umsatzstärksten Hotelgesellschaften Deutschlands. Daran sehen wir, dass unsere beiden Berliner Hotels, das ARCOTEL John F, direkt am Quartier des Auswärtigen Amtes und das ARCOTEL Velvet in der Oranienburger Straße, sehr gut
ankommen. Wie in allen ARCOTEL Hotels ist es wichtig, dass wir mit einem Höchstmaß an Service unsere Gäste überzeugen. Gerade in Berlin, wo es viele Hotels im Vier-Sterne-Bereich gibt, ist es wichtig, dass man eine starke Marke mitbringt.
Was wünschen Sie sich für Arcotel Hotel Berlin für die Zukunft?
Natürlich hoffen wir, dass unsere Gäste uns auch in Zukunft treu bleiben! Es wäre auch schön, wenn noch mehr Berliner, z.B. auf ein original Wiener Schnitzel in unser Restaurant FOREIGN Affairs kommen – oder auf einen leckeren Cocktail in die VELVET Lounge, die über 50 Vodkasorten im Sortiment hat!
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